„Nur 2 Stunden standesamtliche Begleitung“ – so denke ich darüber
„Sind doch nur 2 Stunden.“ Diesen Satz höre ich manchmal – und jedes Mal denke ich: Nein. So funktioniert das bei mir nicht.
Ob ich ein Brautpaar 2 Stunden begleite oder 12 – mein Anspruch bleibt derselbe. Ich gehe nicht zu einer standesamtlichen Trauung und schalte innerlich auf Sparflamme, weil der Tag „klein“ wirkt.
Denn für das Brautpaar sind diese 2 Stunden nicht klein. Es ist ihre Trauung. Das Ja-Wort. Der Moment, auf den sie manchmal monatelang hingefiebert haben. Die Bilder, die sie sich noch in 30 Jahren ansehen werden – mit ihren Kindern, mit ihren Enkeln. Auf dem Sofa. Mit einem Glas Wein. Und dann zeigen sie genau auf dieses eine Foto.
Das reicht mir als Begründung.
Deshalb bekommt jede Begleitung von mir 100% dieselbe Energie, dieselbe Aufmerksamkeit, dieselbe Liebe zum Detail. Keine abgestufte Version davon, je nachdem wie viele Stunden auf dem Angebot stehen.
Ich messe eine Hochzeit nicht in Stunden. Ich messe sie daran, wie die Bilder sich anfühlen – ob sie einen Moment transportieren oder nur dokumentieren.
Und ganz ehrlich? Manchmal entstehen in 2 Stunden genau die Aufnahmen, die sich niemand mehr aus dem Kopf bekommt.
Was ich dabei aber auch immer ehrlich sage: Eine vollständige Darstellung des Hochzeitstages wird es nicht. Das Getting Ready – oft der emotionalste Teil des ganzen Tages, wenn die Nervosität, die Vorfreude und die ersten Tränen noch ganz nah beieinander liegen – fehlt. Die Feier mit Familie und Freunden, die Tänze, die Reden, die langen Tischabende fehlen. All das, was einen Hochzeitstag in seiner ganzen Breite erzählt.
Zwei Stunden sind ein Ausschnitt. Ein wichtiger, ein schöner – aber eben ein Ausschnitt.
Wer seinen Tag vollständig festgehalten haben möchte, braucht mehr Zeit. Das ist keine Verkaufsstrategie – das ist einfach ehrlich.
